Jahresbericht Beratung 2019

«An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser».

Charlie Chaplin

„Ich bin in der 6. Woche schwanger und habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll“. So tönte es im vergangenen Jahr immer wieder am Telefon. Junge Frauen ohne Abschluss der Erstausbildung stehen vor der grossen Entscheidung, ob sie ihr werdendes Kind behalten oder die Schwangerschaft abrechen sollen. In dieser Situation gibt es keinen Wegweiser, der einem den Weg weist. Was ist richtig, was ist falsch? Unzählige Fragen stürmen auf die jungen Frauen ein, auf die sie keine Antwort wissen. Sie müssen aber bis zur 12. Schwangerschaftswoche eine Entscheidung fällen, die ihr Leben auf den Kopf stellt, egal, wie die Entscheidung ausfällt. In diesen Beratungssituationen versuchen wir die Fragen zu beantworten, Wegweisung zu geben und für die Frauen da zu sein. Entscheiden muss jede Frau selber und wir akzeptieren deren Entscheidung, wie immer diese auch ausfällt.

Auch im vergangenen Jahr haben wir mit den Dienstleistungen unserer Beratungsstelle solche Notlagen gelindert. Mütter, die Beratung und Begleitung erhalten, erleben ihre Mutterschaft oft sehr gut. Sie reifen und werden fähig für ihre Familie zu sorgen. Auch die Abgabe von Naturalien, finanzielle Überbrückung oder Aufnahme im eigenen Haus bieten Möglichkeiten, diesen Frauen in ihrer Notlage beizustehen. Immer wieder staune ich über wie viel Motivation und Kraft Frauen verfügen, wenn sie die schwierigsten Zeiten ihres Lebens durchstehen müssen. Da zu helfen und zu erleben, wie Probleme gelöst werden und die Freude über eine Geburt wieder wachsen darf, ist für mich immer wieder eine der schönsten Erfahrungen in dieser Tätigkeit.

So wünsche ich allen Müttern und auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie an den Scheidewegen des Lebens Menschen zur Seite haben, die Ihnen helfen, den richtigen Weg zu gehen.

Sonja Frey-Lüscher, Beraterin